Weihnachtsplätzchen gehören einfach zum Fest dazu. Der Duft von frisch gebackenen Plätzchen zieht durch das ganze Haus und sorgt sofort für festliche Weihnachtsstimmung. Probieren Sie traditionelle sowie weniger bekannte Rezepte für das beste Weihnachtsgebäck aus. Lassen Sie sich von unseren Tipps zur Zubereitung und richtigen Lagerung inspirieren.
Die Geschichte des Plätzchenbackens
Die Tradition des Plätzchenbackens reicht bis ins Mittelalter zurück. In Mitteleuropa verbreitete sich das Backen, wie wir es heute kennen, etwa Anfang des 19. Jahrhunderts. In dieser Zeit wurden wichtige Zutaten wie Mehl, Butter und Zucker für breitere Schichten erschwinglich. Das Backen zur Weihnachtszeit wurde zu einer festen Familientradition, bei der Rezepte von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Zu den Klassikern gehörten damals wie heute Lebkuchen, Vanillekipferl, Bärentatzen oder Linzer Augen.
Die Zubereitung der Plätzchen war eng mit der Adventszeit verbunden. Es war ein echtes Familienereignis, an dem sich meist alle Frauen und Kinder des Hauses beteiligten. Seitdem ist der bunte Plätzchenteller vom festlichen Kaffeetisch nicht mehr wegzudenken.
Die beliebtesten Sorten von Weihnachtsplätzchen
In jedem Haushalt sieht der Plätzchenteller anders aus. Jede Familie hat ihre eigenen Lieblingssorten, die Jahr für Jahr den Weihnachtstisch schmücken. Doch selbst bei den Klassikern gibt es geschmacklich große Unterschiede. Manchmal reicht es schon, eine einzige Zutat hinzuzufügen oder wegzulassen, um dem Gebäck eine völlig neue Note zu verleihen.
Lassen Sie sich von unserer Übersicht der beliebtesten Plätzchen inspirieren – vielleicht entdecken Sie ja eine Sorte, die Sie noch nicht kennen. Für die besten Klassiker haben wir natürlich auch das traditionelle Rezept parat.
Vanillekipferl
Zartes Gebäck mit dem Duft von Vanille und Nüssen. Vanillekipferl dürfen auf keinem Weihnachtsteller fehlen. Sie gehören zu den beliebtesten Weihnachtsplätzchen in ganz Mitteleuropa. Ursprünglich stammen sie aus Wien. Der Legende nach wurden die ersten Kipferl bereits um das Jahr 1683 gebacken.
Linzer Plätzchen
Feines, mit Marmelade zusammengesetztes Gebäck, das mit Puderzucker bestäubt wird. Linzer Plätzchen gehören zu den absoluten Klassikern. Die Herzen, Sterne oder Blumen, die meist mit säuerlicher Johannisbeermarmelade gefüllt sind, haben ihren Ursprung im österreichischen Linz. Dort kennt man sie vor allem als etwas größere Linzer Augen.
Lebkuchen
Ein Gebäck mit dem Duft von Zimt, Anis und Nelken, kunstvoll verziert mit Zuckerguss. Honiglebkuchen sind besonders bei Kindern beliebt. Die Geschichte des Lebkuchens reicht bis ins alte Ägypten und das antike Griechenland zurück. Im mitteleuropäischen Raum verbreitete sich das Lebkuchenhandwerk ab dem 15. Jahrhundert in den größeren Städten. Lebkuchen werden meist frühzeitig in der Vorweihnachtszeit gebacken, damit sie bis zum Fest schön weich werden.
TIPP: Verzierte Lebkuchen eignen sich auch hervorragend als wunderschöne Dekoration für selbstgebastelte Weihnachtskarten.
Bienenkörbchen (Wespennester)
Ein traditionelles, ungebackenes Gebäck in Form eines Bienenkorbs, gefüllt mit einer feinen Rumcreme und platziert auf einem runden Eierplätzchen (Biskuit). Dies ist eine typische böhmische Spezialität. Ursprünglich wurden sie zur Sonnenwende zubereitet, erst später wurden sie zu einem beliebten Weihnachtsklassiker. Ihren Namen verdanken sie den traditionellen Stroh-Bienenkörben, in denen früher Bienenvölker lebten.
Jägerknöpfe
Zarte Mürbeteigplätzchen mit einer feinen Nuss-Baiser-Schicht. Für manche vielleicht eine weniger bekannte Sorte, die aber absolut köstlich ist. Die weichen und mürben Jägerknöpfe werden von einer ganzen Haselnuss gekrönt. Dieses Gebäck ist ideal, wenn Sie übriggebliebenes Eiweiß verwerten möchten, da dieses für die Nussfüllung benötigt wird.
Bärentatzen
Ein klassisches Gebäck mit dem Duft von Nüssen, Kakao und weihnachtlichen Gewürzen. Bärentatzen haben eine lange Tradition, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Dem Volksglauben nach sollten sie das Haus vor bösen Geistern schützen. Da sie traditionell in Form von Tierpfoten gebacken werden, erhielten sie ihren charakteristischen Namen.
Kokosmakronen
Luftig-leichte und saftige Kokosmakronen gehören einfach auf jeden bunten Teller. Für die Zubereitung dieser beliebten Makronen benötigen Sie nur 3 Zutaten: Zucker, Kokosraspeln und Eiweiß. Sie sind die perfekte Wahl, wenn Sie Eiweiß von anderen Rezepten übrig haben.
Gefüllte Nüsse
Knuspriger Teig mit einer cremigen Füllung in Form einer Walnuss darf an Weihnachten nicht fehlen. Zwei aus einem nussigen Teig gebackene „Schalen“ werden vor den Feiertagen mit einer feinen Creme zusammengesetzt. Meist verwendet man eine klassische Butter- oder Punschcreme. Durch die Füllung wird das Gebäck wunderbar mürbe und weich. Gefüllte Nüsse gehören zu den absoluten Lieblingsrezepten unserer Großmütter.
Florentiner (Marokkaner)
Kleine, knusprige Taler aus einer Mischung von kandierten Früchten und Nüssen, auf der Unterseite mit Schokolade bestrichen. Diese Spezialität hat ihre Wurzeln im Orient. Während sie im arabischen Raum das ganze Jahr über genossen werden, backt man sie bei uns besonders gern zur Weihnachtszeit. Traditionell verfeinert man sie dort mit Kokos, Datteln, Honig oder Orangenschale.
Schmalzplätzchen
Ein traditionelles Gebäck mit einer feinen Note. Diese Schmalzplätzchen sind wunderbar zart und schmelzen förmlich auf der Zunge. Die geheime Zutat ist hochwertiges Schweineschmalz, das dem Teig seine einzigartige Konsistenz verleiht. Meist werden sie als kleine Kulleraugen mit einem Klecks Marmelade in der Mitte gebacken. Jede Familie hütet ihr eigenes Rezept – manche verfeinern den Teig mit Nüssen, andere mit Honig oder getrockneten Früchten.
Ischler Törtchen
Auf den ersten Blick ein klassisches Doppelkeks-Plätzchen, doch Ischler Törtchen überraschen mit einem intensiven Geschmack und einer edlen Kombination aus Schokolade, Nüssen und Marmelade. Der Ursprung dieser feinen Spezialität liegt in der österreichisch-ungarischen Monarchie, genauer gesagt im eleganten Kurort Bad Ischl. Heute gibt es verschiedene Rezeptvarianten für diese feinen Törtchen.
5 Rezepte für die besten Weihnachtsplätzchen
Probieren Sie 5 unserer besten Familienrezepte aus. Sie werden sie lieben! Weitere traditionelle Ideen finden Sie in unserer Rubrik „Familienrezepte“.
Vanillekipferl nach Uroma Veras Rezept
Zutaten für die Vanillekipferl:
- 400 g Weizenmehl
- 280 g kalte Butter
- 150 g gemahlene Nüsse
- 100 g Puderzucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 1 Ei
- Etwas Eierlikör, Weinbrand oder Wasser
Zubereitung und Backen: Alle Zutaten rasch zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Den Teig für 24 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Anschließend kleine Portionen in bemehlte Kipferlformen drücken oder von Hand zu Kipferln formen. Die Kipferl auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech bei 175 °C goldgelb backen. Noch warm vorsichtig in Puderzucker wenden.
Florentiner nach Oma Veras Rezept
Zutaten für die Florentiner:
- 100 g Zucker
- 30 g Butter
- 40 g Weizenmehl
- 150 g gehackte Nüsse
- 100 g kandierte Früchte
- 100 g Orangeat
- 200 ml Schlagsahne
- 1 EL Honig
- Schokoladenglasur zum Bestreichen
Zubereitung und Backen: Sahne, Zucker, Honig und Butter aufkochen lassen. Das Mehl unterrühren und zu einer dickflüssigen Masse einkochen. Die restlichen Zutaten unterrühren. Die Masse mit einem Löffel in kleinen Häufchen auf ein Backblech setzen und flach drücken. Bei 180 °C ca. 12 Minuten backen. Nach dem Abkühlen die flache Seite mit Schokoladenglasur bestreichen.
Ischler Törtchen nach Oma Libuses Rezept
Zutaten für den Teig:
- 210 g Weizenmehl
- 140 g Butter
- 70 g Puderzucker
- 30 g gemahlene Walnüsse
- 1 EL Kakao
- ½ Päckchen Vanillezucker
- Eine Prise Zimt
Zutaten für die Füllung:
- 75 g Puderzucker
- 75 g gemahlene Walnüsse
- Etwas Rum
- Marmelade
- Schokoladenglasur
- Walnusshälften zur Dekoration
Zubereitung und Backen: Aus den Teigzutaten rasch einen geschmeidigen Teig kneten. In Frischhaltefolie gewickelt für 24 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Danach den Teig etwas dicker ausrollen und Kreise (ca. 5 cm Durchmesser) ausstechen. Auf Backpapier bei 170 °C etwa 10 Minuten backen.
In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten: Puderzucker, gemahlene Walnüsse, Rum und etwas Marmelade zu einer cremigen Masse verrühren. Die abgekühlten Plätzchen damit zusammensetzen. Das obere Plätzchen mit Schokoladenglasur überziehen und mit einer Walnusshälfte verzieren.
Kokosmakronen nach Oma Evas Rezept
Zutaten für die Kokosmakronen:
- 3 Eiweiß
- 180 g Puderzucker
- 150 g Kokosraspeln
Zubereitung und Backen: Das Eiweiß steif schlagen. Die Schüssel über ein heißes Wasserbad stellen und den Puderzucker unter ständigem Schlagen hinzufügen. Die Masse ca. 3–5 Minuten warm aufschlagen, vom Herd nehmen und unter Rühren abkühlen lassen. Die Kokosraspeln unterheben. Mit zwei Teelöffeln kleine Häufchen auf Backpapier setzen. Bei 140 °C ca. 15–20 Minuten backen und auf dem Blech abkühlen lassen.
Sofort weiche Lebkuchen nach Tante Danas Rezept
Zutaten für die Lebkuchen:
- 400 g Weizenmehl
- 140 g Puderzucker
- 60 g weiche Butter
- 2 Eier
- 2 EL flüssiger Honig
- 1 TL Lebkuchengewürz
- 1–2 TL Natron
Zubereitung und Backen: Mehl, Puderzucker, Gewürz und Natron vermischen. In der Mitte eine Mulde formen, Eier, weiche Butter und flüssigen Honig hineingeben. Zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig für 24 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Dick ausrollen und Formen ausstechen. Bei 180 °C ca. 8–10 Minuten backen. Sofort nach dem Backen mit verquirltem Ei bestreichen.
Wie lagert man Weihnachtsplätzchen richtig?
Damit das Weihnachtsgebäck bis zum Fest frisch und lecker bleibt, muss es richtig gelagert werden. Wir verraten Ihnen, wie Sie Ihre Plätzchen am besten aufbewahren, damit Geschmack, Aroma und Konsistenz perfekt erhalten bleiben.
Trockenes Gebäck
Trockene Plätzchensorten wie Vanillekipferl, Bärentatzen oder Linzer Plätzchen sollten in gut schließenden Behältern aufbewahrt werden. Ideal sind Blechdosen oder Glasdosen mit Deckel. Legen Sie zwischen die einzelnen Schichten Backpapier, damit die Plätzchen nicht aneinanderkleben. Lagern Sie die Dosen an einem kühlen, trockenen Ort bei einer Temperatur von 10 bis 15 °C – zum Beispiel auf einem geschützten Balkon oder in einem kühlen Keller.
Lebkuchen
Lebkuchen hingegen lagert man am besten in Pappkartons an einem Ort mit etwas höherer Luftfeuchtigkeit. Sie nehmen die Feuchtigkeit auf und werden dadurch bis Weihnachten wunderbar weich. Alternativ können Sie die Lebkuchen in einer Blechdose zusammen mit einem Stück Apfel oder einer Scheibe Brot aufbewahren. Die abgegebene Feuchtigkeit macht das Gebäck weich. Wichtig: Tauschen Sie den Apfel oder das Brot regelmäßig aus, um Schimmelbildung zu vermeiden.
TIPP: Sie sind sich unsicher, wann Sie mit dem Backen beginnen sollen? Erstellen Sie einen Zeitplan für Ihre Weihnachtsvorbereitungen. So behalten Sie alle Aufgaben entspannt im Griff.
Gefülltes Gebäck
Gebäck mit Creme- oder Marmeladenfüllung wie Ischler Törtchen oder gefüllte Nüsse sollte am besten erst kurz vor dem Fest gefüllt werden. Die ungefüllten Kekse lagern Sie kühl und dunkel. Nach dem Füllen müssen die Plätzchen in einer luftdichten Dose im Kühlschrank aufbewahrt werden. Cremes und andere Füllungen benötigen Kälte, um frisch zu bleiben. Verzehren Sie das gefüllte Gebäck innerhalb von 1 bis 2 Wochen.
Ungebackenes Gebäck
Ungebackene Plätzchen erfordern eine Lagerung an einem dunklen und sehr kühlen Ort – idealerweise bei etwa 6 °C im Kühlschrank. Bewahren Sie sie in einer gut verschließbaren Dose auf. Falls Sie das Gebäck übereinanderstapeln, trennen Sie die einzelnen Schichten mit Backpapier oder Alufolie. Wir empfehlen, ungebackene Sorten erst kurz vor den Feiertagen zuzubereiten.


