Weihnachten in anderen Teilen der Welt

 

Die Weihnachtsfeiertage verbinden Familien, Freunde und Menschen auf der ganzen Welt. Doch die Art der Feierlichkeiten unterscheidet sich je nach Kultur erheblich. Unterschiede gibt es nicht nur zwischen den Kontinenten, sondern auch zwischen einzelnen Ländern und Regionen. Entdecken Sie, wie Weihnachten in anderen Teilen der Welt gefeiert wird.

Der Ursprung von Weihnachten

Weihnachten ist ein christliches Fest, an dem die Geburt Jesu Christi gefeiert wird. Historisch gesehen knüpft es an heidnische Bräuche zur Wintersonnenwende an. Daher wird das Weihnachtsfest hauptsächlich in christlich geprägten Regionen der Erde gefeiert. In Asien oder Afrika findet man Weihnachtsfeiern nur sehr vereinzelt, meist in kleinen christlichen Gemeinden. Andere Religionen haben ihre eigenen bedeutenden Feiertage, die auf ihrem jeweiligen Glauben basieren.

Weihnachten in Europa

Die Weihnachtsfeiern in den verschiedenen europäischen Ländern ähneln sich in vielen Punkten. Eine gemütliche familiäre Atmosphäre, Geschenke für die Liebsten oder festliche Weihnachtsdekorationen gehören in fast ganz Europa dazu. Jedes Land passt diese Traditionen jedoch an die eigenen kulturellen Bräuche an.

Wer die Geschenke bringt, hängt stark von den jeweiligen heidnischen oder religiösen Traditionen ab. In einigen Regionen ist es das Christkind, in protestantisch geprägten Gebieten eher der Weihnachtsmann. Dabei unterscheiden sich nicht nur das Aussehen der Symbolfiguren, sondern auch ihr Alter – die Spanne reicht vom neugeborenen Kind bis hin zum weisen alten Mann.

Das orthodoxe Europa

Im orthodoxen Europa – wie in Russland, Bulgarien oder Serbien – wird Weihnachten erst am 6. und 7. Januar gefeiert. Die Geschenke bringt dort meist Väterchen Frost.

Skandinavien

In den skandinavischen Ländern bringen meist Weihnachtswichtel oder der Weihnachtsmann die Geschenke. Das Fest steht hier ganz im Zeichen alter Traditionen, die eng mit der Wintersonnenwende verknüpft sind. Zur typischen Dekoration gehören Tannenbäume sowie Motive wie Rentiere, Schneeflocken und Wichtel. Den Mangel an Tageslicht gleichen die Menschen im Norden durch gemütliche Lichtquellen aus – sie nutzen reichlich Laternen, Kerzenständer und Kerzen.

Großbritannien

Weihnachtsfeierlichkeiten in Großbritannien

In Großbritannien und Irland bringt „Father Christmas“ (der Weihnachtsmann) die Geschenke. Er verteilt sie in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember in Weihnachtsstrümpfen, die am Kamin aufgehängt werden. Die Bescherung findet am Morgen des 25. Dezembers statt, gefolgt von einem festlichen Weihnachtsessen. Traditionell gibt es Truthahn mit Kastanienfüllung, Gemüse und Bratensoße. Auf der Festtafel darf auch der typische Christmas Pudding nicht fehlen, ein reichhaltiger Kuchen mit Trockenfrüchten. Im Laufe des Dezembers schreiben die Kinder Briefe an Father Christmas und werfen sie symbolisch ins Kaminfeuer.

Die Iberische Halbinsel

In den Ländern der Iberischen Halbinsel, also in Spanien und Portugal, bringt der Weihnachtsmann die Geschenke. Ähnlich wie in Frankreich und Italien bringt er dort den Familien die Geschenke. Die Spanier feiern am 24. Dezember, aber die eigentliche Bescherung findet oft erst am Dreikönigstag statt. In Frankreich bringt „Père Noël“ die Gaben in der Nacht zum 25. Dezember, während in Italien die Geschenke meist am Abend des 24. Dezembers nach dem Abendessen ausgepackt werden. In manchen italienischen Familien ist jedoch der 6. Januar wichtiger, wenn die gute Hexe Befana die Kinder beschenkt.

Weihnachten in Amerika

Wann kommt Santa Claus

In den meisten Teilen Nordamerikas bringt Santa Claus die Geschenke. In Süd- und Mittelamerika sind die Bräuche weitaus vielfältiger. In Brasilien feiern die Menschen beispielsweise ein tropisches Weihnachtsfest am Strand in ausgelassener Karnevalsstimmung. In Mexiko hingegen stehen traditionelle Herbergssuchen, die sogenannten „Posadas“, im Mittelpunkt. Dabei verkleiden sich die Kinder als biblische Figuren, und alle singen und feiern gemeinsam.

Wer bringt die Geschenke?

In weiten Teilen des amerikanischen Kontinents ist Santa Claus mit seinem klassischen roten Mantel für die Geschenke zuständig. Er reist mit einem Rentierschlitten und verteilt die Gaben in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember – meist steckt er sie in die am Kamin aufgehängten Strümpfe oder legt sie unter den Weihnachtsbaum.

Das Weihnachtsessen

Zum Festmahl wird traditionell gefüllter Truthahn mit Cranberry-Sauce serviert. In fast jedem Haushalt gibt es Plätzchen sowie klassische Kuchen wie Apfel- oder Kürbiskuchen, Lebkuchen und Zuckerstangen mit Pfefferminzgeschmack. In Mexiko ist Fisch (meist Kabeljau) ein typisches Festessen, begleitet von Ponche Navideño – einem warmen Punsch aus Äpfeln, Pflaumen, typischen lokalen Früchten, Zimt und Rohrzucker, den besonders Kinder lieben.

Bräuche und Traditionen

Ein prachtvoller Weihnachtsbaum gehört in jedes Wohnzimmer. Besonders beliebt sind deckenhohe Weihnachtsbäume, die üppig in den klassischen Weihnachtsfarben Rot, Gold und Grün geschmückt werden. Zudem lieben es die Amerikaner, ihre Häuser und Vorgärten aufwendig zu schmücken. Der gesamte Dezember steht im Zeichen von Lichterketten und festlicher Außendekoration.

Weihnachten in Australien

Wer bringt die Geschenke in Australien

In Australien fällt das Weihnachtsfest mitten in den hochsommerlichen Dezember. Grillpartys (BBQs), Picknicks am Strand und Schwimmen im Meer gehören hier fest zum Feiertagsprogramm. Es ist keine Seltenheit, am Strand auf einen als Santa Claus verkleideten Surfer zu treffen. Da viele Australier christliche Wurzeln haben, ähneln die Bräuche stark den britischen Traditionen.

Wer bringt die Geschenke?

Wie in Großbritannien bringt auch in Australien „Father Christmas“ die Geschenke. Die Bescherung findet am Morgen des 25. Dezembers statt. Als Weihnachtsbäume dienen meist künstliche Tannen oder Topfpflanzen. Durch den globalen Einfluss ist heute jedoch auch der amerikanische Santa Claus allgegenwärtig.

Das Weihnachtsessen

Zu den typischen Festtagsgerichten gehören Fisch, Garnelen und andere Meeresfrüchte. Dazu werden frische Salate, Kuchen, Eis oder der traditionelle Christmas Pudding serviert. Letzterer ähnelt einem schweren Früchtekuchen mit kandierten Früchten. Ein klassischer gefüllter Truthahn wird nur noch selten serviert. Stattdessen veranstalten die Menschen gesellige Grillpartys im Freien und genießen das Essen unter blauem Himmel.

Bräuche und Traditionen

Für viele Australier hat Weihnachten eine tiefe religiöse Bedeutung, die mit dem Besuch der Christmette beginnt. Insgesamt ähneln die Bräuche den europäischen: Familien singen Weihnachtslieder, zünden Kerzen an und schmücken ihre Häuser mit bunten Lichtern. Ein absolutes Highlight ist das traditionelle Weihnachts-BBQ mit der Familie im Garten oder direkt am Strand.

Weihnachten in Asien

In den meisten asiatischen Ländern wird das christliche Weihnachtsfest traditionell nicht gefeiert – wie etwa in China oder Japan. Dort haben die Feierlichkeiten zum Neujahrsfest einen weitaus höheren Stellenwert. Durch westliche Einflüsse gewinnt Weihnachten jedoch zunehmend an Popularität, wobei sich die Bräuche stark an den amerikanischen orientieren. Oft werden nur die Kinder beschenkt, und die Familien kommen zusammen, um gemeinsam Zeit vor dem meist künstlichen Weihnachtsbaum zu verbringen. Ein spezielles Festmenü gibt es in der Regel nicht, und die Dekoration wird oft schnell wieder abgebaut, um Platz für die Vorbereitungen auf das traditionelle Neujahrsfest zu machen.

Weihnachten in Afrika

Weihnachten in Afrika wird auf sehr vielfältige Weise gefeiert – je nach Region und lokalen Traditionen. In einigen Teilen, insbesondere im islamisch geprägten Nordafrika, spielt das Fest keine Rolle. In Äthiopien hingegen, wo die orthodoxe Kirche tief verwurzelt ist, wird Weihnachten wie im europäischen orthodoxen Raum erst im Januar gefeiert. In Kenia kommt an den Feiertagen die gesamte Großfamilie zu einem großen Festmahl zusammen, und die Kinder ziehen singend von Haus zu Haus. Geschenke spielen hier, ähnlich wie in Botswana, eine untergeordnete Rolle. In Südafrika fällt Weihnachten in den Sommer – dort werden die Feiertage bei sommerlichen Temperaturen im Freien mit Grillabenden und Picknicks genossen.

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