Manchmal stehen Sie vor der Herausforderung, Wäsche per Hand waschen zu müssen. Es gibt Materialien, die eine Handwäsche benötigen – selbst die schonendsten Waschmaschinenprogramme können die sorgsame Pflege von Hand nicht immer ersetzen. Kennen Sie die Grundregeln für die Handwäsche? Überprüfen Sie Ihre Vorgehensweise.
Gelegentlich lässt sich die Handwäsche einfach nicht vermeiden – sei es beim Camping oder beim Vorwaschen stark verschmutzter Textilien. Manche Flecken lassen sich nur durch eine gezielte manuelle Behandlung effektiv entfernen. Zudem gibt es viele Materialien wie Wolle, Kaschmir oder Seide, die eine besonders schonende Handwäsche benötigen.
Die Vorbereitung auf die Handwäsche
Bereiten Sie für die Handwäsche ein geeignetes Gefäß vor – ideal ist eine Waschschüssel, das Waschbecken oder die Badewanne, je nach Menge und Größe der Wäschestücke. Sortieren Sie die Wäsche zunächst nach Farben. Wählen Sie die Wassertemperatur passend zum Material oder gemäß den Herstellerangaben. Geben Sie anschließend das Waschmittel ins Wasser. Besonders gut eignen sich Flüssigwaschmittel, da sie sich schneller auflösen. Legen Sie die Wäsche in das Wasserbad und lassen Sie sie etwa 15 Minuten einweichen.
- Die Wäsche sorgfältig nach Farben sortieren.
- In einer Waschschüssel eine Waschlauge aus warmem Wasser und Flüssigwaschmittel vorbereiten.
- Die Wäsche hineingeben und etwa 15 Minuten einweichen lassen.
TIPP: Bereiten Sie immer zuerst die Waschlauge mit dem Flüssigwaschmittel vor. Ein häufiger Fehler besteht darin, die trockene Wäsche in die Schüssel zu legen und erst danach Wasser und Waschmittel hinzuzufügen. Dies kann die empfindlichen Textilfasern beschädigen.
Wassertemperaturen je nach Material:
| MATERIALART | WASSERTEMPERATUR |
|---|---|
| 100 % Baumwolle | 60 - 90 °C |
| 100 % Polyester | 60 °C |
| 100 % Mikrofaser | 30 - 40 °C |
| 100 % Bambusfaser | 40 °C |
| 100 % Mikroplüsch | 40 °C |
| Bambusfaser mit Baumwolle | 60 °C |
| Polyester mit Baumwolle | 30 - 40 °C |
| 100 % Polyamid | 40 - 60 °C |
| 100 % Leinenfaser | 40 - 60 °C |
| Federn | 30 °C |
| Seide | 20 °C |
| Wolle | 20 - 40 °C |
| Elastan | 30 - 40 °C |
Beachten Sie stets die vom Hersteller empfohlene Waschtemperatur auf dem Pflegeetikett.
Waschen
Schonwaschgang
Spezialschonwaschgang
Nur Handwäsche
Nicht waschen
Waschen bei 30 °C
Waschen bei 40 °C
Waschen bei 50 °C
Waschen bei 60 °C
Waschen bei 95 °C
Der Waschvorgang von Hand
Nach dem Einweichen beginnt das eigentliche Waschen. Bewegen Sie die Wäsche sanft im Wasser, drücken Sie sie leicht durch und reiben Sie sie vorsichtig aneinander. Tauchen Sie die Stücke immer wieder ein. Versuchen Sie, den Schaum des Flüssigwaschmittels sanft in die Fasern einzumassieren. Durch diese schonenden Bewegungen löst sich der Schmutz von selbst. Nehmen Sie sich für das Waschen mindestens 15 Minuten Zeit. Vermeiden Sie starkes Reiben, Wringen oder den Einsatz von Bürsten. Zu grobe Bewegungen beschädigen die Fasern und verkürzen die Lebensdauer der Textilien. Bei hartnäckigen Flecken können Sie Gallseife auftragen und diese sanft mit den Fingern einarbeiten. Lassen Sie das Kleidungsstück danach nochmals 15 Minuten einwirken.
- Die Wäsche mindestens 15 Minuten lang sanft bewegen, leicht durchdrücken und vorsichtig aneinanderreiben.
- Starkes Schrubben und den Einsatz von Bürsten unbedingt vermeiden.
- Bei Flecken gezielt Gallseife auftragen und sanft einarbeiten.
- Anschließend weitere 15 Minuten einweichen lassen.
Das Ausspülen
Sobald die Wäsche sauber ist, folgt das gründliche Ausspülen. Ziel ist es, sämtliche Waschmittelrückstände vollständig zu entfernen. Nehmen Sie die Wäsche aus der Schüssel, gießen Sie das schmutzige Wasser weg und füllen Sie das Gefäß mit klarem, lauwarmem Wasser. Bewegen Sie die Wäsche im Wasser auf und ab oder hin und her. Wiederholen Sie diesen Vorgang und wechseln Sie das Wasser mehrfach, bis sich kein Schaum mehr bildet und das Wasser absolut klar bleibt. Spülen Sie die Textilien zum Schluss einmal mit kaltem Wasser durch.
- Die Waschschüssel mit klarem Wasser füllen.
- Die Wäsche durch Auf-und-Ab- oder Seitwärtsbewegungen gründlich ausspülen.
- Das Wasser mehrfach wechseln, bis keine Waschmittelrückstände mehr vorhanden sind.
- Zum Abschluss die Wäsche in kaltem Wasser ausspülen.
TIPP: Spülen Sie empfindliche Wäsche niemals unter fließendem Wasser aus. Der direkte Wasserdruck kann die feine Gewebestruktur beschädigen.
Das Auswringen
Nach dem letzten Spülgang im kalten Wasser muss die Wäsche vorsichtig vom überschüssigen Wasser befreit werden. Drücken Sie die Wäschestücke noch in der Schüssel durch sanftes Zusammenpressen aus, um das meiste Wasser zu entfernen. Vermeiden Sie es unbedingt, die Textilien durch Wringen oder Drehen zu strapazieren. Die restliche Feuchtigkeit lässt sich ganz leicht mithilfe eines trockenen Handtuchs entziehen: Breiten Sie das Handtuch flach aus, legen Sie das nasse Kleidungsstück darauf, rollen Sie es ein und drücken Sie das Handtuch vorsichtig zusammen, um das überschüssige Wasser schonend aufzusaugen.
- Das überschüssige Wasser in der Schüssel durch sanftes Auspressen entfernen.
- Die Textilien niemals durch Wringen oder Drehen strapazieren.
- Die Restfeuchtigkeit mithilfe eines trockenen Handtuchs entziehen, indem Sie die Wäsche darin einrollen und vorsichtig ausdrücken.
Das Trocknen
Nach dem Ausdrücken folgt das richtige Trocknen. Die meisten Stoffe können Sie mit Wäscheklammern auf der Wäscheleine aufhängen. Einige besonders empfindliche Materialien wie feiner Kaschmir oder Wolle sollten jedoch unbedingt liegend getrocknet werden, damit sie nicht ausleiern. Schütteln Sie die Wäsche vor dem Aufhängen kurz aus. Trocknen Sie die Textilien am besten im Schatten oder Halbschatten, da direkte Sonneneinstrahlung die Fasern brüchig machen kann.
- Die Wäsche nach dem Ausdrücken sorgfältig ausschütteln.
- Die Wäsche mit Wäscheklammern auf dem Wäscheständer aufhängen.
- Im Freien bevorzugt im Schatten oder Halbschatten trocknen.
- Nach dem Trocknen erneut kurz ausschütteln und anschließend zusammenlegen oder bügeln.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der häufigste Fehler bei der Vorbereitung der Waschlauge für die Handwäsche?
Der größte Fehler besteht darin, die trockene Wäsche in das Gefäß zu legen und erst danach Wasser einzulassen und das Waschmittel hinzuzufügen. Dadurch können die Textilfasern stark beschädigt werden. Bereiten Sie die Waschlauge mit dem Flüssigwaschmittel immer zuerst vor, mischen Sie es gut durch und legen Sie erst dann die Wäsche für etwa 15 Minuten zum Einweichen hinein.
Welche Materialien benötigen bei der Handwäsche die niedrigste Wassertemperatur?
Die schonendste Pflege und die niedrigste Temperatur benötigt reine Seide, die in kaltem Wasser bei nur 20 °C gewaschen wird. Eine ähnlich niedrige Temperatur (20 bis 40 °C) erfordert auch Wolle, während Federn bei 30 °C gewaschen werden sollten. Reine Baumwolle hingegen verträgt bei der Handwäsche problemlos Temperaturen von 60 bis 90 °C.
Wie entfernt man hartnäckige Flecken bei der Handwäsche richtig und was sollte man vermeiden?
Tragen Sie auf die betroffenen Flecken Gallseife auf und arbeiten Sie diese sanft mit den Fingern ein. Lassen Sie das Kleidungsstück danach nochmals 15 Minuten einweichen. Vermeiden Sie unbedingt starkes Schrubben oder den Einsatz einer Bürste, da diese groben Bewegungen die Fasern beschädigen und die Lebensdauer der Textilien erheblich verkürzen.
Warum sollte man Wäsche nicht unter fließendem Wasser ausspülen?
Das Ausspülen unter fließendem Wasser wird nicht empfohlen, da der direkte Druck des Wasserstrahls das empfindliche Gewebe beschädigen kann. Spülen Sie die Wäsche stattdessen immer in einer Schüssel mit klarem, lauwarmem Wasser durch Auf-und-Ab- oder Seitwärtsbewegungen aus. Wechseln Sie das Wasser mehrmals, bis es vollkommen klar ist.
Wie wringt man handgewaschene Wäsche richtig aus, ohne die Fasern zu beschädigen?
Drücken Sie die Wäsche zuerst in der Schüssel durch sanftes Zusammenpressen aus. Wringen oder verdrehen Sie die Textilien niemals. Die restliche Feuchtigkeit lässt sich sicher entfernen, indem Sie das nasse Kleidungsstück in ein trockenes, flach ausgebreitetes Handtuch einrollen und das Wasser durch vorsichtiges Zusammendrücken herausholen.
Welche Materialien dürfen nicht klassisch auf der Wäscheleine aufgehängt werden und wo sollte der Wäscheständer stehen?
Während die meisten Kleidungsstücke nach dem Ausschütteln ganz normal aufgehängt werden können, erfordern feiner Kaschmir und Wolle eine liegende Trocknung, damit sie sich nicht verformen. Stellen Sie den Wäscheständer stets in den Schatten oder Halbschatten – direkte Sonneneinstrahlung kann die Textilfasern brüchig machen.

